Gesundheit

Zecken beim Hund: Entfernen, Schutz und welche Krankheiten drohen

⏱️ 4 Min. LesezeitVon Christian Hackl19.08.2026
Zecken beim Hund: Entfernen, Schutz und welche Krankheiten drohen

Kurz gesagt

Zecken können beim Hund gefährliche Krankheiten wie Borreliose oder Babesiose übertragen. Wer nach jedem Spaziergang gründlich absucht, Zecken richtig entfernt und auf guten Schutz achtet, senkt das Risiko deutlich.

Sobald es draußen wärmer wird, lauern sie im hohen Gras, an Waldrändern und sogar im eigenen Garten: Zecken gehören zu den lästigsten Begleitern der Spaziergänge mit Hund. Die kleinen Blutsauger sind nicht nur unangenehm, sie können auch ernsthafte Krankheiten übertragen. Mit dem richtigen Wissen schützt Du Deinen Hund zuverlässig und weißt im Ernstfall genau, was zu tun ist.

Warum sind Zecken für Hunde gefährlich?

Eine Zecke beißt sich in der Haut fest und saugt über mehrere Tage Blut. Das eigentliche Problem sind dabei weniger der Stich selbst, sondern die Krankheitserreger, die eine Zecke beim Saugen übertragen kann. Zu den wichtigsten zählen:

  • Borreliose: Die bekannteste durch Zecken übertragene Krankheit. Sie kann zu Fieber, Gelenkentzündungen und Lahmheit führen, oft erst Wochen nach dem Stich.
  • Anaplasmose: Verursacht Fieber, Abgeschlagenheit und manchmal Blutungsneigung.
  • Babesiose: Auch „Hundemalaria" genannt, greift die roten Blutkörperchen an und kann ohne Behandlung lebensbedrohlich werden.
  • FSME: Beim Hund selten, aber möglich. Sie betrifft das Nervensystem.

Je schneller eine Zecke entfernt wird, desto geringer ist das Risiko einer Übertragung. Die meisten Erreger gehen erst nach einigen Stunden bis Tagen in den Hund über. Genau deshalb lohnt sich das gründliche Absuchen nach jedem Spaziergang.

Wann ist Zeckenzeit?

Früher galt die Zeit von März bis Oktober als Hochsaison. Durch die milderen Winter sind Zecken heute jedoch fast ganzjährig aktiv. Sobald die Temperaturen über etwa sieben Grad steigen, werden sie munter. Besonders wohl fühlen sie sich in hohem Gras, an Waldrändern, in Büschen und im Unterholz. Auch der eigene Garten ist keine sichere Zone, vor allem wenn Wildtiere wie Igel oder Mäuse dort unterwegs sind.

Zecken beim Hund richtig entfernen

Findest Du eine Zecke, solltest Du sie so schnell wie möglich entfernen. Am besten gelingt das mit einer Zeckenzange, einem Zeckenhaken oder einer Zeckenkarte aus der Apotheke oder dem Fachhandel. So gehst Du vor:

  1. Setze das Werkzeug möglichst nah an der Haut an, direkt am Kopf der Zecke.
  2. Ziehe die Zecke langsam und gerade heraus, ohne sie zu quetschen oder zu drehen.
  3. Kontrolliere, ob der Kopf vollständig entfernt wurde.
  4. Desinfiziere die Einstichstelle und wasche Dir die Hände.

Wichtig: Verzichte auf Hausmittel wie Öl, Klebstoff oder Nagellack. Sie reizen die Zecke und erhöhen sogar das Risiko, dass sie Erreger in die Wunde abgibt. Bleibt ein Rest des Kopfes in der Haut, ist das meist unproblematisch. Der Körper stößt ihn in der Regel von selbst ab.

Was tun nach dem Zeckenstich?

Beobachte die Einstichstelle in den folgenden Tagen. Eine leichte Rötung direkt danach ist normal. Verändert sich die Stelle jedoch, bildet sich ein größer werdender roter Ring, oder wirkt Dein Hund matt, frisst schlecht oder lahmt, solltest Du eine Tierärztin oder einen Tierarzt aufsuchen. Notiere Dir am besten das Datum des Stichs, das hilft bei der späteren Einschätzung.

Zeckenschutz für Hunde: Die besten Methoden

Einen hundertprozentigen Schutz gibt es nicht, aber eine Kombination mehrerer Maßnahmen senkt das Risiko deutlich:

  • Spot-on-Präparate: Werden in den Nacken geträufelt und wirken einige Wochen.
  • Zeckenhalsbänder: Geben über Monate Wirkstoffe ab, praktisch für Langzeitschutz.
  • Tabletten: Wirken von innen und sind besonders zuverlässig, gibt es nur beim Tierarzt.
  • Natürliche Mittel: Kokosöl oder Bernsteinketten werden gern genutzt, ersetzen bei hohem Zeckendruck aber keinen medizinischen Schutz.
  • Absuchen: Die einfachste und wichtigste Maßnahme überhaupt.

Welche Methode für Deinen Hund am besten passt, hängt von seinem Lebensstil, eventuellen Allergien und der Region ab. Sprich die Auswahl im Zweifel mit Deiner Tierärztin oder Deinem Tierarzt ab.

Zecken im Alltag vorbeugen

Ein gesunder, gepflegter Hund mit kräftigem Fell und starkem Immunsystem steckt Zeckenstiche besser weg. Achte daher auf eine hochwertige, ausgewogene Ernährung und regelmäßige Fellpflege. Nach jedem Spaziergang gilt: Streiche Deinem Hund gründlich durch das Fell, besonders an Kopf, Ohren, Hals, Achseln und zwischen den Zehen. Dort sitzen Zecken besonders gern. Wer den Garten kurz hält und Laubhaufen entfernt, macht ihn für Zecken zusätzlich unattraktiv.

Häufige Fragen

Wie lange dauert es, bis eine Zecke Krankheiten überträgt?

Das hängt vom Erreger ab. Borreliose-Bakterien gehen meist erst nach zwölf bis vierundzwanzig Stunden über, andere Erreger schneller. Deshalb ist schnelles Entfernen so wichtig.

Muss ich nach jedem Spaziergang absuchen?

Ja, gerade in der warmen Jahreszeit. Das Absuchen dauert nur wenige Minuten und ist der wirksamste Schutz, den Du selbst leisten kannst.

Sind natürliche Zeckenmittel ausreichend?

Sie können unterstützen, bieten bei starkem Zeckenbefall aber oft nicht genug Schutz. In Risikogebieten ist eine Kombination mit einem medizinischen Präparat sinnvoll.

Was mache ich, wenn der Kopf der Zecke stecken bleibt?

Meist ist das harmlos, der Körper stößt den Rest ab. Entzündet sich die Stelle oder schwillt sie an, lass sie tierärztlich ansehen.

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Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Diagnose oder Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden Deines Hundes wende Dich bitte an eine Tierärztin oder einen Tierarzt.
Christian Hackl

Autor & Hunde-Ernährungsberater

Christian Hackl

Gründer von NANDOO und geprüfter Hunde-Ernährungsberater. Als Tierpsychologe (Fachrichtung Hund) und seit 1999 aktiver Hundetrainer verbindet er fundiertes Wissen über Anatomie und Physiologie des Hundes mit fast 30 Jahren Praxis und entwickelt die NANDOO-Rezepturen mit.

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