Kaum eine Hunderasse wirkt so würdevoll und in sich ruhend wie der Chow Chow. Mit seiner löwenähnlichen Mähne, dem watschelnden Gang und der ungewöhnlichen blauschwarzen Zunge zieht er auf jedem Spaziergang die Blicke auf sich. Doch hinter der majestätischen Erscheinung steckt ein Charakter, der so eigenständig ist wie sein Aussehen: der Chow Chow ist kein Hund für jedermann, sondern eine Rasse mit klaren Ansprüchen an Halter, Haltung und Pflege. In diesem Ratgeber erfährst du, woher der Chow Chow stammt, wie er tickt, worauf du bei Erziehung und Alltag achten solltest und welche Ernährung seiner empfindlichen Haut und seinen Gelenken guttut.
Steckbrief und Wesen
Der Chow Chow zählt zu den mittelgroßen bis großen Hunden. Rüden erreichen eine Schulterhöhe von etwa 48 bis 56 Zentimetern, Hündinnen sind etwas kleiner. Das Gewicht liegt je nach Geschlecht und Statur zwischen 20 und 32 Kilogramm. Auffälligstes Merkmal ist das dichte, stehende Fell, das den Körper wie eine Mähne umgibt und dem Hund seine löwenhafte Kontur verleiht. Dazu kommen die tiefliegenden, mandelförmigen Augen und die charakteristische blauschwarze Zunge, die kein anderer Hund in dieser Form besitzt.
Charakterlich ist der Chow Chow ein Original: ruhig, selbstbewusst und mit einer natürlichen Distanz gegenüber Fremden. Er ist kein Hund, der jeden Menschen begeistert begrüßt, sondern beobachtet erst genau, bevor er Nähe zulässt. Innerhalb der Familie zeigt er sich dafür ausgesprochen anhänglich und loyal, oft sogar mit einer stillen, fast katzenartigen Zuneigung. Fremden gegenüber bleibt er reserviert, was ihn zu einem zuverlässigen Wachhund macht, ohne dass er dabei nervös oder übermäßig bellfreudig wäre. Wer sich für Rassen mit ähnlich ausgeprägtem Charakter interessiert, findet im kauliebe Rassenfinder weitere Portraits zum Vergleich.
Diese Mischung aus Würde, Wachsamkeit und emotionaler Unabhängigkeit macht den Chow Chow zu einem Hund, der Respekt verdient und ihn auch zurückgibt, allerdings nicht auf Kommando, sondern in seinem eigenen Tempo.
Herkunft und Geschichte
Der Chow Chow gehört zu den ältesten Hunderassen der Welt und stammt ursprünglich aus dem nördlichen China. Bildliche Darstellungen und archäologische Funde deuten darauf hin, dass Vorfahren dieser Rasse bereits vor mehr als zweitausend Jahren existierten. In seiner Heimat wurde der Chow Chow vielseitig eingesetzt: als Wach- und Jagdhund, als Zugtier und in manchen Regionen leider auch zu Zwecken, die mit modernem Tierschutzverständnis nichts mehr zu tun haben.
Im 19. Jahrhundert gelangte die Rasse nach Europa, wo sie schnell zum begehrten Begleithund der gehobenen Gesellschaft avancierte. Königin Victoria selbst hielt Chow Chows, was der Rasse zusätzlichen Aufschwung in Großbritannien verschaffte. Der Name „Chow Chow" leitet sich vermutlich von einem englischen Pidgin-Begriff für allerlei Waren aus Fernost ab, mit denen die Hunde einst zusammen verschifft wurden. Bis heute hat die Rasse ihren ursprünglichen, fast archaischen Charakter bewahrt, was sie im Vergleich zu vielen modernen Zuchtrassen so unverwechselbar macht.
Erziehung und Alltag
Wer einen Chow Chow ins Haus holt, sollte wissen, dass diese Rasse Erziehung anders erlebt als klassische Gebrauchshunde. Der Chow Chow ist intelligent, aber nicht auf Gefallenwollen programmiert. Er hinterfragt Anweisungen und lässt sich nicht durch reine Wiederholung motivieren. Konsequenz, Ruhe und eine klare, liebevolle Führung sind hier deutlich wirkungsvoller als Druck oder ständiges Kommandieren. Erfahrene Hundehalter, die bereits mit eigenständigen Rassen gearbeitet haben, kommen in der Regel besser mit diesem Charakter zurecht als Erstlingsbesitzer.
Eine frühe, behutsame Sozialisierung im Welpenalter ist entscheidend, damit der natürliche Argwohn gegenüber Fremden nicht in Unsicherheit oder Abwehr umschlägt. Positive Begegnungen mit anderen Menschen, Hunden und Alltagssituationen helfen dem Chow Chow, sein selbstbewusstes Wesen in einer gesunden Balance zu entwickeln. Zwang und harte Methoden bewirken bei dieser Rasse meist das Gegenteil: Der Hund zieht sich zurück oder reagiert stur.
Der Bewegungsbedarf des Chow Chow ist moderat. Ausgedehnte, ruhige Spaziergänge und mentale Beschäftigung sind ihm wichtiger als sportliche Höchstleistungen. Gerade im Sommer solltest du auf die Belastung achten, denn das dichte Fell macht ihn hitzeempfindlich. Kurze, aber regelmäßige Einheiten, kombiniert mit Nasenarbeit oder ruhigen Suchspielen, passen besser zu seinem Naturell als lange Joggingrunden. In der Wohnung erweist sich der Chow Chow als überraschend genügsamer Hausgenosse, der viel Zeit ruhend an der Seite seiner Menschen verbringt, solange seine Grundbedürfnisse erfüllt sind.
Die richtige Ernährung für den Chow Chow
Die Ernährung spielt beim Chow Chow eine besonders wichtige Rolle, denn die Rasse neigt zu empfindlicher Haut und gelegentlich zu Futterunverträglichkeiten. Ein hochwertiges, gut verdauliches Futter mit klar deklarierten, hochwertigen Proteinquellen unterstützt nicht nur die Verdauung, sondern wirkt sich direkt auf Fell und Hautbild aus. Achte auf Rezepturen ohne unnötige Füllstoffe, künstliche Zusatzstoffe oder überflüssige Getreideanteile, die bei sensiblen Hunden schnell zu Reizungen führen können.
Für Hunde mit hautrelevanten Themen eignen sich Futtersorten mit einer begrenzten Anzahl an Zutaten und einem guten Anteil hochwertiger Fette, die reich an Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren sind. Diese unterstützen die Hautbarriere von innen und können dazu beitragen, dass das dichte Fell des Chow Chow glänzend und widerstandsfähig bleibt. In der Kategorie Trockenfutter für Hunde findest du Rezepturen, die auf genau diese Bedürfnisse abgestimmt sind, während sich bei nassem Wetter oder für Hunde mit geringerem Appetit auch die Kategorie Nassfutter für Hunde anbietet, das durch den höheren Feuchtigkeitsanteil zusätzlich die Nierenfunktion entlastet.
Da jeder Chow Chow individuell reagiert, manche vertragen bestimmte Proteinquellen besser als andere, lohnt sich ein strukturierter Blick auf die passende Rezeptur. Der kauliebe Futterfinder hilft dir dabei, anhand von Alter, Gewicht, Aktivitätslevel und eventuellen Empfindlichkeiten die geeignete Futterlinie zu finden, ohne dass du dich selbst durch endlose Zutatenlisten arbeiten musst.
Neben der Hauptmahlzeit lohnt sich auch ein Blick auf das Körpergewicht: Übergewicht belastet die Gelenke des Chow Chow zusätzlich, weshalb eine bedarfsgerechte, nicht überversorgte Fütterung wichtig ist. Regelmäßige Gewichtskontrollen und eine an die tatsächliche Aktivität angepasste Futtermenge beugen langfristig orthopädischen Problemen vor.
Kausnacks und Kauartikel
Kauen gehört für den Chow Chow zu den natürlichsten Beschäftigungen überhaupt. Es baut Stress ab, fördert die Zahngesundheit und bietet gerade an ruhigen Tagen eine willkommene Ablenkung. Wichtig ist dabei, dass die gewählten Snacks nicht zusätzlich die empfindliche Haut belasten. Natürliche Kausnacks ohne künstliche Aromen, Zucker oder unnötige Zusatzstoffe sind hier die bessere Wahl als stark verarbeitete Alternativen.
In der Kategorie natürliche Kausnacks findest du Produkte aus einer einzigen, klar erkennbaren Zutat, ideal für Hunde, die empfindlich auf Zusatzstoffe reagieren. Wer lieber kleinere Belohnungshäppchen für das Training oder den Alltag sucht, wird bei den natürlichen Leckerlis fündig, die sich auch gut portionieren lassen, ohne die Tagesration aus dem Gleichgewicht zu bringen.
Da nicht jeder Kauartikel für jeden Hund gleich gut geeignet ist, etwa je nach Kaustärke, Zahnzustand oder Verträglichkeit, lohnt sich ein Blick in den kauliebe Kauartikelfinder. Er hilft dabei, aus dem Sortiment genau die Artikel herauszufiltern, die zur Größe, zum Alter und zu eventuellen Empfindlichkeiten deines Chow Chow passen. So wird aus dem Kauvergnügen kein Risiko für Magen, Darm oder Haut, sondern eine sinnvolle, artgerechte Beschäftigung.
Fellpflege und Gesundheit
Das dichte Doppelhaar des Chow Chow, bestehend aus einer weichen Unterwolle und dem gröberen Deckhaar, verlangt regelmäßige Pflege. Mehrmals wöchentliches Bürsten verhindert Verfilzungen, entfernt lose Unterwolle und regt gleichzeitig die Durchblutung der Haut an. Während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst solltest du die Pflege intensivieren, da in dieser Zeit besonders viel Unterwolle ausfällt. Wird das Fell vernachlässigt, staut sich Feuchtigkeit unter den Verfilzungen, was Hautreizungen und Entzündungen begünstigen kann, ein Punkt, der bei der ohnehin empfindlichen Haut dieser Rasse besonders zu beachten ist.
Baden solltest du deinen Chow Chow nur, wenn es wirklich nötig ist, und dabei ausschließlich milde, für Hunde geeignete Pflegeprodukte verwenden. Zu häufiges oder falsches Baden kann den natürlichen Schutzfilm der Haut angreifen und bestehende Hautprobleme verschlimmern.
Neben der Fellpflege solltest du zwei gesundheitliche Themen im Blick behalten. Erstens: die Augen. Aufgrund der tiefliegenden Augen und der straffen Lidhaut neigt die Rasse zu einem sogenannten Entropium, bei dem sich das Augenlid nach innen rollt und die Wimpern die Hornhaut reizen. Anzeichen wie vermehrtes Tränen, Kneifen oder Rötung solltest du zeitnah tierärztlich abklären lassen. Zweitens: die Gelenke. Wie viele mittelgroße bis große Rassen kann der Chow Chow zu Hüftgelenksdysplasie und anderen Gelenkbeschwerden neigen. Ein gesundes Körpergewicht, moderate Bewegung ohne abrupte Belastungsspitzen und eine gelenkfreundliche Ernährung tragen entscheidend dazu bei, diese Risiken zu reduzieren. Regelmäßige Tierarztchecks helfen dabei, Veränderungen frühzeitig zu erkennen, bevor sie zu ernsthaften Problemen werden.
Häufige Fragen
Ist der Chow Chow ein guter Familienhund?
Innerhalb der Familie zeigt sich der Chow Chow treu und anhänglich, auch wenn er seine Zuneigung eher ruhig und zurückhaltend zeigt statt überschwänglich. Für Familien mit sehr kleinen Kindern, die auf ständige Interaktion aus sind, ist er eher weniger geeignet, da er seinen Freiraum schätzt. Erfahrene Halter, die seine Eigenständigkeit respektieren, finden in ihm dagegen einen loyalen, verlässlichen Begleiter.
Wie viel Bewegung braucht ein Chow Chow?
Der Bewegungsbedarf ist moderat. Regelmäßige, ruhige Spaziergänge und mentale Beschäftigung reichen in der Regel aus. Auf lange, intensive Belastungen bei Hitze solltest du wegen des dichten Fells verzichten und stattdessen kürzere, dafür häufigere Runden bevorzugen.
Welches Futter eignet sich bei empfindlicher Haut?
Empfehlenswert sind Rezepturen mit hochwertigen, klar deklarierten Zutaten, einem guten Anteil an Omega-Fettsäuren und ohne unnötige Zusatzstoffe. Sowohl bei Trockenfutter als auch bei Nassfutter lohnt sich ein Blick auf die Zusammensetzung, idealerweise unterstützt durch den Futterfinder, um die individuell passende Linie zu ermitteln.
Worauf muss ich bei der Fellpflege besonders achten?
Wichtig sind regelmäßiges Bürsten, milde Pflegeprodukte und besondere Aufmerksamkeit während des Fellwechsels. Zusätzlich lohnt sich ein regelmäßiger Blick auf die Augen, um ein Entropium frühzeitig zu erkennen, sowie eine gelenkschonende Haltung, um die Rasse langfristig gesund zu halten.
Charakter & für wen der Chow Chow passt
Kurz gesagt passt der Chow Chow am besten zu: erfahrene, ruhige Halter, die Eigenständigkeit und Würde schätzen.
- Größe: groß
- Energielevel: ruhig
- Mit Kindern: gut mit Kindern
- Wohnung: mit genug Auslauf ok
- Für Anfänger: eher für erfahrene Halter
- Fellpflege: aufwändige Fellpflege
- Trainierbarkeit: eigenständig
- Wachsamkeit: ausgeprägter Wachhund
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