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Pekinese: Charakter, Gesundheit & Ernährung

⏱️ 9 Min. LesezeitVon Christian HacklFachlich geprüft von Eva Hackl12.08.2026
Pekinese: Charakter, Gesundheit & Ernährung

Der Pekinese wirkt auf den ersten Blick wie ein kleiner Löwe mit langem Fell und selbstbewusstem Gang. Genau das war auch die Absicht: In China galt die Rasse jahrhundertelang als lebendiges Abbild des mythischen Fu-Löwen und wurde ausschließlich am Kaiserhof gehalten. Wer heute mit einem Pekinesen zusammenlebt, merkt schnell, dass von dieser würdevollen Haltung bis heute nichts verloren gegangen ist. Der kleine Hund bewegt sich gemächlich, beobachtet sein Umfeld genau und lässt sich nur ungern zu etwas drängen, das er nicht will. Gleichzeitig ist er ein anhänglicher Begleiter, der die Nähe seiner Bezugsperson sucht und sich in ruhigen Haushalten besonders wohlfühlt. In diesem Ratgeber erfährst du, was den Pekinesen ausmacht, worauf du bei Gesundheit und Pflege achten solltest und wie eine artgerechte Ernährung für diese besondere Rasse aussieht.

Steckbrief und Wesen

Der Pekinese zählt zu den kleinsten anerkannten Hunderassen, bringt dabei aber ein erstaunlich selbstbewusstes Auftreten mit. Ausgewachsen wiegt er meist zwischen drei und sechs Kilogramm und erreicht eine Schulterhöhe von etwa 15 bis 23 Zentimetern. Sein Körperbau ist kompakt und stämmig, das lange, dichte Fell mit der markanten Mähne um Kopf und Schultern verstärkt den löwenähnlichen Eindruck zusätzlich.

Charakterlich ist der Pekinese ein ruhiger, würdevoller Begleiter mit eigenem Kopf. Er ist seiner Familie gegenüber sehr anhänglich und sucht bewusst die Nähe, bleibt Fremden gegenüber aber oft erst einmal reserviert und beobachtend. Sein Bewegungsdrang ist gering, lange Wanderungen oder sportliche Aktivitäten entsprechen nicht seinem Naturell. Stattdessen schätzt er kurze, entspannte Spaziergänge und viel Zeit an der Seite seines Menschen. Diese Gelassenheit macht ihn zu einem beliebten Begleiter für ruhige Haushalte und ältere Menschen, die einen Hund im eigenen Tempo suchen.

Gleichzeitig gilt der Pekinese als eigenständig und mitunter stur. Er lässt sich nicht einfach überreden, sondern möchte überzeugt werden, warum ein Kommando gerade jetzt Sinn ergibt. Konsequentes, geduldiges und vor allem liebevolles Training zahlt sich bei dieser Rasse mehr aus als strenge Ansagen. Wer die Eigenwilligkeit des Pekinesen als Teil seines Charmes akzeptiert, bekommt einen treuen und überraschend selbstbewussten Weggefährten.

Für neue Halterinnen und Halter lohnt sich außerdem ein Blick auf die typischen Verhaltensweisen der Rasse. Der Pekinese zeigt seine Zuneigung eher subtil, durch Nähe, Blickkontakt und ruhiges Beisammensein, statt durch überschwängliches Toben. Wer diese leise Art zu schätzen weiß, entdeckt in ihm einen aufmerksamen Beobachter mit viel Persönlichkeit, der seine Meinung durchaus deutlich zeigt, wenn ihm etwas nicht passt.

Herkunft und Geschichte

Die Wurzeln des Pekinesen reichen weit in die chinesische Geschichte zurück, vermutlich mehrere Jahrhunderte vor unserer Zeitrechnung. Am kaiserlichen Hof in Peking galt die Rasse als heilig und war einfachen Menschen lange Zeit verboten zu besitzen. Man sah in dem kleinen Hund die Verkörperung des buddhistischen Löwen, eines Symbols für Schutz und Würde, und behandelte ihn entsprechend ehrwürdig. Diebstahl eines Pekinesen konnte in der kaiserlichen Zeit sogar mit dem Tod bestraft werden, ein Beleg dafür, welchen Stellenwert die Rasse besaß.

Nach Europa gelangte der Pekinese erst im 19. Jahrhundert, als britische Truppen 1860 den kaiserlichen Sommerpalast einnahmen und einige Hunde mit nach England brachten. Dort fand die Rasse schnell Anklang beim Adel, unter anderem soll Königin Victoria selbst einen Pekinesen besessen haben. Von England aus verbreitete sich die Rasse über weite Teile Europas und wurde schließlich auch international als eigenständige Rasse anerkannt. Bis heute ist dem Pekinesen seine kaiserliche Vergangenheit anzusehen, in seiner Haltung, seinem selbstbewussten Gang und seiner ruhigen, fast schon aristokratischen Gelassenheit.

Haltung und Gesundheit

Wer sich für einen Pekinesen entscheidet, sollte sich ehrlich mit den gesundheitlichen Besonderheiten der Rasse auseinandersetzen. Der Pekinese ist brachyzephal, das bedeutet, er hat eine kurze, breite Nase und einen verkürzten Schädel. Diese Kopfform sieht zwar niedlich aus, bringt aber echte Einschränkungen bei der Atmung mit sich. Viele Pekinesen schnarchen, schnaufen oder haben Schwierigkeiten, sich bei Anstrengung ausreichend Luft zu verschaffen. Vor dem Kauf lohnt sich deshalb ein Blick auf einen verantwortungsvollen Züchter, der auf eine möglichst offene Nasenpartie und eine gesunde Atmung achtet.

Aus der Kopfform ergibt sich auch eine klare Regel für den Alltag: Hitze ist für Pekinesen eine echte Belastung und kann im schlimmsten Fall gefährlich werden. Weil die Rasse Wärme über das Hecheln nur eingeschränkt abgeben kann, sollten lange Spaziergänge in der Mittagshitze, Autofahrten ohne Klimaanlage und intensive Anstrengung an warmen Tagen konsequent vermieden werden. Im Sommer sind kurze Runden am frühen Morgen oder späten Abend, schattige Ruheplätze und immer griffbereites Wasser die sicherere Wahl. Auch bei Übergewicht solltest du besonders aufmerksam sein, denn zusätzliche Kilos verschärfen die Atemprobleme zusätzlich.

Neben der Brachyzephalie neigt der Pekinese aufgrund seiner großen, hervorstehenden Augen zu Augenreizungen und sollte regelmäßig kontrolliert werden. Auch der Rücken verdient Aufmerksamkeit, da die kompakte Körperform Bandscheibenprobleme begünstigen kann. Treppen und Sprünge von Möbeln aus solltest du daher wenn möglich reduzieren oder mit kleinen Rampen erleichtern. Trotz dieser Punkte ist der Pekinese bei guter Zucht, angepasster Bewegung und aufmerksamer Pflege ein robuster und langlebiger Begleiter, der mit etwas Rücksicht ein zufriedenes Hundeleben führen kann.

Regelmäßige Tierarztbesuche sind bei dieser Rasse besonders sinnvoll, da sich Atemprobleme, Zahnfehlstellungen oder beginnende Rückenprobleme oft schleichend entwickeln und sich frühzeitig erkannt deutlich besser behandeln lassen. Achte außerdem auf die Zahnpflege, denn durch den verkürzten Kiefer stehen die Zähne beim Pekinesen enger zusammen als bei vielen anderen Rassen, was Zahnstein und Zahnfleischprobleme begünstigen kann.

Die richtige Ernährung für den Pekinesen

Ein kleiner, ruhiger Hund mit geringem Bewegungsdrang hat auch einen entsprechend moderaten Energiebedarf. Damit aus wenig Bewegung nicht schnell zu viel Gewicht wird, lohnt sich eine bewusste Auswahl beim Futter. Wichtig ist vor allem eine hohe Nährstoffdichte bei kontrollierter Kalorienmenge, damit dein Pekinese trotz kleiner Portionen alle wichtigen Nährstoffe bekommt.

Bei kauliebe findest du sowohl natürliches Trockenfutter als auch Nassfutter, die beide auf hochwertige, leicht verdauliche Zutaten setzen und sich gut für kleine Rassen eignen. Gerade bei brachyzephalen Hunden kann es helfen, die Futterkonsistenz zu beobachten: Manche Pekinesen tun sich mit sehr großen, trockenen Brocken schwerer, weil die kurze Nasenpartie das Fressen erschwert, während weicheres Nassfutter oder eingeweichtes Trockenfutter oft besser angenommen wird. Wenn du unsicher bist, welches Futter am besten zu deinem Hund passt, hilft dir der Futterfinder dabei, eine passende Auswahl auf Basis von Größe, Alter und Bedürfnissen deines Pekinesen zu finden.

Da die Rasse zu Übergewicht neigen kann, solltest du die Futtermenge regelmäßig anhand des Körpergewichts und der Kondition deines Hundes überprüfen und anpassen. Leckerlis und Snacks sollten dabei immer in die tägliche Kalorienbilanz eingerechnet werden, damit aus kleinen Extras kein großes Problem wird.

Achte beim Futter außerdem auf eine klare, nachvollziehbare Zusammensetzung mit hochwertigem tierischem Protein und ohne unnötige Füllstoffe. Kleine Rassen wie der Pekinese profitieren von kleineren Krokettengrößen und einer ausgewogenen Versorgung mit Omega-Fettsäuren, die sich zusätzlich positiv auf das lange Fell auswirken. Wechsle das Futter bei Bedarf behutsam und in kleinen Schritten, damit sich der empfindliche Magen deines Hundes gut daran gewöhnen kann.

Kausnacks und Leckerlis

Auch wenn der Pekinese kein großer Kauenthusiast im Vergleich zu sportlicheren Rassen ist, gehören Kauen und Knabbern trotzdem zu einem ausgefüllten Hundealltag dazu. Kauen fördert die Zahnpflege, baut Stress ab und beschäftigt den Kopf, was gerade bei einem eigenwilligen, aufmerksamen Hund wie dem Pekinesen für Ausgeglichenheit sorgen kann.

Wichtig ist, dass Kausnacks zur Größe und Kaukraft des kleinen Hundes passen. In der Kategorie natürliche Kausnacks findest du eine Auswahl an Snacks, die sich für kleine und mittlere Rassen eignen und ohne unnötige Zusatzstoffe auskommen. Achte darauf, eher kleinere, weichere Kauartikel zu wählen, da sehr harte oder große Stücke die empfindliche Atmung zusätzlich belasten können und für den kurzen Fang des Pekinesen ohnehin schwer zu handhaben sind. Der Kauartikelfinder hilft dir dabei, einen Snack zu finden, der wirklich zu Größe, Alter und Kauverhalten deines Hundes passt.

Für das Training oder zwischendurch eignen sich zudem kleine, leichte Leckerlis besonders gut. In der Kategorie natürliche Leckerlis findest du Snacks in kleinen Stücken, die sich gut portionieren lassen, sodass du beim Training belohnen kannst, ohne die Futtermenge des Tages aus dem Gleichgewicht zu bringen. Da der Pekinese ohnehin nur einen geringen Kalorienbedarf hat, gilt hier besonders: lieber wenige, dafür hochwertige Leckerlis statt vieler kleiner Extras nebenbei.

Fellpflege und Alltag

Das lange, doppelte Fell des Pekinesen ist eines seiner markantesten Merkmale, verlangt im Gegenzug aber auch regelmäßige Pflege. Ohne konsequentes Bürsten verfilzt das Fell schnell, besonders hinter den Ohren, in den Achseln und im Bauchbereich. Am besten bürstest du deinen Pekinesen mehrmals wöchentlich gründlich durch, damit sich keine Knoten bilden und das Fell gesund bleibt. In der Zeit des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst darf es gerne täglich sein.

Auch die Falte über der Nase und der Bereich um die großen Augen verdienen tägliche Aufmerksamkeit. Feuchtigkeit und Schmutz sammeln sich hier leicht an, was zu Reizungen und Hautproblemen führen kann, wenn diese Bereiche nicht regelmäßig sauber und trocken gehalten werden. Ein weiches, feuchtes Tuch reicht meist aus, um die empfindlichen Hautfalten zu reinigen.

Im Alltag ist der Pekinese ein angenehm ruhiger Mitbewohner, der sich gut in eine gemächliche Tagesstruktur einfügt. Kurze Spaziergänge, feste Ruhephasen und Zeit an der Seite seiner Menschen genügen ihm völlig, um zufrieden zu sein. Wer sich unsicher ist, ob der Pekinese wirklich zum eigenen Lebensstil passt, findet im Rassenfinder von kauliebe eine gute Orientierung, welche Hunderasse tatsächlich zu den eigenen Bedürfnissen und dem Alltag passt.

Häufige Fragen

Wie viel Bewegung braucht ein Pekinese?

Der Pekinese hat einen vergleichsweise geringen Bewegungsdrang. Zwei bis drei kurze, ruhige Spaziergänge am Tag reichen in der Regel völlig aus. Wichtiger als die Länge der Runden ist, dass sie in einem für den Hund angenehmen Tempo und bei moderaten Temperaturen stattfinden.

Ist der Pekinese für Anfänger geeignet?

Grundsätzlich ja, sofern man sich mit dem eigenwilligen Charakter der Rasse anfreunden kann und Geduld für ein konsequentes, liebevolles Training mitbringt. Wichtiger als Vorerfahrung ist ein ruhiger Lebensstil, der zum geringen Bewegungsbedürfnis des Pekinesen passt.

Warum ist Hitze für Pekinesen so gefährlich?

Durch die kurze Nase und den verengten Rachenraum kann der Pekinese Wärme nur eingeschränkt über das Hecheln abgeben. Bei hohen Temperaturen steigt dadurch das Risiko eines Hitzschlags deutlich schneller als bei Rassen mit normaler Nasenlänge. Schatten, ausreichend Wasser und Spaziergänge außerhalb der Mittagshitze sind deshalb Pflicht.

Wie oft muss man das Fell des Pekinesen bürsten?

Mehrmals pro Woche gründlich bürsten ist die Grundlage, während der Fellwechselzeiten im Frühjahr und Herbst ist tägliches Bürsten sinnvoll. So bleibt das lange Fell frei von Verfilzungen und bleibt gesund und glänzend.

Charakter & für wen der Pekinese passt

Kurz gesagt passt der Pekinese am besten zu: ruhige Halter und Senioren, die einen würdevollen kleinen Begleiter mögen.

  • Größe: klein
  • Energielevel: sehr ruhig
  • Mit Kindern: gut mit Kindern
  • Wohnung: wohnungstauglich
  • Für Anfänger: mit etwas Erfahrung
  • Fellpflege: aufwändige Fellpflege
  • Trainierbarkeit: eigenständig
  • Wachsamkeit: wachsam

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Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Diagnose oder Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden Deines Hundes wende Dich bitte an eine Tierärztin oder einen Tierarzt.
Christian Hackl

Autor & Hunde-Ernährungsberater

Christian Hackl

Gründer von NANDOO und geprüfter Hunde-Ernährungsberater. Als Tierpsychologe (Fachrichtung Hund) und seit 1999 aktiver Hundetrainer verbindet er fundiertes Wissen über Anatomie und Physiologie des Hundes mit fast 30 Jahren Praxis und entwickelt die NANDOO-Rezepturen mit.

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Eva Hackl

Fachlich geprüft von

Eva Hackl

Hundetrainerin und Tierpsychologin (Fachrichtung Hund). Sie ist Teil des DHK-Teams und bringt die praktische Erfahrung aus Training, Erziehung und dem Alltag mit vielen Hunderassen ein.

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