Ernährung

Getreidefreies Hundefutter: Für welche Hunde es sinnvoll ist

⏱️ 5 Min. LesezeitVon kauliebe.com15.09.2026
Kurz erklärt: Getreidefreies Hundefutter verzichtet auf Weizen, Mais, Gerste und Co. und setzt stattdessen auf Kohlenhydratquellen wie Kartoffel oder Süßkartoffel. Sinnvoll ist das vor allem für Hunde mit Getreideunverträglichkeit, sensibler Verdauung oder Hautproblemen. Pauschal besser ist getreidefrei nicht: Entscheidend sind Fleischanteil, Rezepturqualität und wie gut dein Hund das Futter verträgt.

Was getreidefrei wirklich bedeutet

Getreidefreies Hundefutter kommt ohne Weizen, Mais, Gerste, Roggen, Hafer und Reis aus. Als Energie- und Kohlenhydratquelle dienen stattdessen zum Beispiel Kartoffeln, Süßkartoffeln, Erbsen oder Pastinaken. Der Proteinanteil kommt idealerweise überwiegend aus Fleisch.

Wichtig zu wissen: Getreidefrei heißt nicht kohlenhydratfrei. Auch Kartoffel und Süßkartoffel liefern Stärke, nur eben aus einer anderen Quelle. Und getreidefrei ist auch kein Qualitätssiegel für sich: Ein getreidefreies Futter mit wenig Fleisch und vagen Sammelbegriffen auf der Zutatenliste ist keinem Hund eine Hilfe.

Warum verzichten viele Hersteller trotzdem bewusst auf Getreide? Weil Getreide in günstigen Futtern oft als billiger Füllstoff dient, um den Fleischanteil zu strecken. Wer getreidefrei und mit hohem Fleischanteil produziert, muss mit der Rezeptur Farbe bekennen. Genau dieser Ansatz steckt auch hinter unserem NANDOO Futter.

Für welche Hunde getreidefreies Futter sinnvoll ist

Getreidefrei ist kein Muss für jeden Hund, aber für einige Gruppen eine sehr sinnvolle Wahl:

  • Hunde mit Getreideunverträglichkeit: Manche Hunde reagieren auf bestimmte Getreidesorten, häufig Weizen, mit Juckreiz, Hautproblemen oder Verdauungsbeschwerden. Für sie ist der Verzicht die logische Konsequenz.
  • Sensible Verdauung: Hunde mit empfindlichem Magen kommen mit schlichten Rezepturen aus wenigen, klar benannten Zutaten oft besser zurecht. Getreidefreies Monoprotein-Futter reduziert die Zahl möglicher Reizquellen auf ein Minimum.
  • Ausschlussdiät: Wer eine Unverträglichkeit eingrenzen will, braucht ein Futter mit einer Proteinquelle und einer Kohlenhydratquelle. Getreidefreie Monoprotein-Rezepturen erfüllen genau dieses Schema.
  • Haut- und Fellthemen ohne klare Ursache: Hier kann ein Fütterungsversuch mit einer getreidefreien, schlichten Rezeptur über 6 bis 8 Wochen Aufschluss geben. Bei deutlichen Symptomen gehört der Tierarzt mit ins Boot, denn hinter Juckreiz können auch Parasiten oder Umweltallergien stecken.

Und der gesunde Hund ohne Beschwerden? Der darf selbstverständlich auch getreidefrei fressen. Er profitiert dann weniger vom fehlenden Getreide als von dem, was stattdessen drin ist: viel Fleisch und eine klare Zutatenliste.

Mythen ehrlich eingeordnet

Rund um getreidefreies Hundefutter kursieren einige Behauptungen. Zeit für eine ehrliche Einordnung:

„Getreide ist Gift für Hunde." Stimmt nicht. Die meisten Hunde können Getreide verdauen und vertragen es. Hunde haben sich im Lauf der Domestikation an stärkehaltige Nahrung angepasst und bilden deutlich mehr stärkespaltende Enzyme als der Wolf. Das Argument „der Wolf frisst ja auch kein Getreide" greift deshalb zu kurz.

„Getreide ist der häufigste Allergieauslöser." Auch das stimmt so nicht. Futtermittelallergien richten sich häufiger gegen tierische Proteine wie Rind oder Huhn als gegen Getreide. Wer bei Verdacht nur das Getreide streicht, aber die Proteinquelle beibehält, sucht womöglich an der falschen Stelle. Deshalb: im Zweifel sauber per Ausschlussdiät testen, am besten mit tierärztlicher Begleitung.

„Getreidefrei ist automatisch hochwertig." Nein. Entscheidend ist die Gesamtrezeptur: Fleischanteil, Qualität der Zutaten, offene Deklaration. Getreidefrei mit viel Fleisch und klaren Zutaten ist eine starke Kombination, getreidefrei als reines Marketingwort ist wertlos.

„Getreidefreies Futter schadet dem Herzen." Diese Sorge geht auf eine Diskussion aus den USA zurück, bei der ein möglicher Zusammenhang zwischen bestimmten Futtern und einer Herzerkrankung untersucht wurde. Im Fokus standen vor allem Rezepturen mit sehr hohem Hülsenfruchtanteil, ein ursächlicher Zusammenhang mit dem Getreideverzicht selbst wurde nicht belegt. Ein ausgewogen zusammengesetztes getreidefreies Futter mit hohem Fleischanteil ist davon nicht betroffen. Bei Unsicherheit oder Vorerkrankungen sprich mit deinem Tierarzt.

Worauf du beim Kauf achten solltest

Wenn getreidefrei, dann richtig. Diese Punkte helfen dir bei der Auswahl:

  • Hoher Fleischanteil an erster Stelle: Fleisch sollte die Hauptzutat sein, nicht Erbsen oder Kartoffelstärke. Die Zutatenliste ist nach Menge sortiert, ein Blick genügt.
  • Offene Deklaration: Jede Zutat mit Prozentangabe, keine Sammelbegriffe wie „tierische Nebenerzeugnisse" oder „pflanzliche Erzeugnisse".
  • Sinnvolle Kohlenhydratquelle: Kartoffel oder Süßkartoffel in moderater Menge sind bewährt. Sehr hülsenfruchtlastige Rezepturen siehst du dir kritisch an.
  • Monoprotein als Plus: Eine einzige Fleischsorte plus getreidefrei ergibt die klarste Rezeptur, ideal für sensible Hunde und die Ausschlussdiät.
  • Snacks mitdenken: Getreidefrei füttern und dann Getreidekekse belohnen passt nicht zusammen. Naturkausnacks aus purem Fleisch sind die konsequente Ergänzung.
  • Langsam umstellen: Mische das neue Futter über 7 bis 10 Tage schrittweise unter das alte, so bleibt die Verdauung im Gleichgewicht.
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Häufige Fragen

Ist getreidefreies Hundefutter für jeden Hund besser?

Nein, pauschal nicht. Die meisten gesunden Hunde vertragen Getreide. Getreidefrei ist besonders sinnvoll bei Unverträglichkeiten, sensibler Verdauung und für die Ausschlussdiät. Wichtiger als der Getreideverzicht allein sind hoher Fleischanteil und eine offen deklarierte Rezeptur.

Woran erkenne ich, dass mein Hund Getreide nicht verträgt?

Mögliche Anzeichen sind Juckreiz, häufiges Pfotenlecken, Hautrötungen, wiederkehrende Ohrenentzündungen oder Verdauungsprobleme. Sicherheit bringt nur eine Ausschlussdiät über 6 bis 8 Wochen, idealerweise mit tierärztlicher Begleitung, denn auch tierische Proteine kommen als Auslöser infrage.

Macht getreidefreies Futter meinen Hund dick?

Nicht automatisch. Auch getreidefreies Futter enthält Kohlenhydrate und Kalorien. Entscheidend ist die Gesamtmenge: Fütterungsempfehlung als Startpunkt nehmen, Leckerlis einrechnen und die Ration an Aktivität und Figur deines Hundes anpassen.

Ist getreidefrei dasselbe wie glutenfrei?

Nein. Glutenfrei verzichtet nur auf glutenhaltige Getreide wie Weizen, Gerste und Roggen, Mais und Reis wären erlaubt. Getreidefrei geht weiter und verzichtet auf sämtliches Getreide. Für Hunde mit unklarer Unverträglichkeit ist getreidefrei die eindeutigere Variante.

Kann ich Welpen getreidefrei ernähren?

Ja, sofern das Futter als Alleinfutter für Welpen ausgelegt ist und alle Nährstoffe für das Wachstum liefert. Wichtig sind eine ausgewogene Rezeptur und die passende Fütterungsmenge. Bei Unsicherheiten zur Aufzuchtfütterung hilft dein Tierarzt weiter.

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Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Diagnose oder Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden Deines Hundes wende Dich bitte an eine Tierärztin oder einen Tierarzt.
Christian Hackl

Autor & Hunde-Ernährungsberater

Christian Hackl

Gründer von NANDOO und geprüfter Hunde-Ernährungsberater. Als Tierpsychologe (Fachrichtung Hund) und seit 1999 aktiver Hundetrainer verbindet er fundiertes Wissen über Anatomie und Physiologie des Hundes mit fast 30 Jahren Praxis und entwickelt die NANDOO-Rezepturen mit.

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