Gute und schlechte Rohstoffe im Hundefutter
Die Zutatenliste ist die ehrlichste Stelle auf jeder Futterpackung. Genau dort zeigt sich, ob ein Hundefutter wirklich auf Fleisch und hochwertige Rohstoffe setzt oder ob teures Fleisch durch günstige Füllstoffe gestreckt wird. Für Dich als Hundeeltern ist das Problem: Die Angaben klingen oft ähnlich, meinen aber sehr unterschiedliche Dinge. Wer weiß, worauf zu achten ist, kann Futter deutlich besser einschätzen, unabhängig von Werbeversprechen auf der Vorderseite der Verpackung.
In diesem Ratgeber zeigen wir Dir, welche Rohstoffe für eine gute Rezeptur sprechen, wo typische Stolperfallen liegen und wie eine ehrliche Deklaration aussieht.
Die gesetzlichen Vorgaben für die Deklaration von Tiernahrung lassen dabei recht viel Spielraum. Vieles, was auf der Verpackung steht, ist formal korrekt und trotzdem kaum aussagekräftig. Genau deshalb lohnt es sich, die einzelnen Begriffe zu kennen und richtig einordnen zu können, statt sich allein auf Werbeaussagen wie „getreidefrei" oder „mit frischem Fleisch" zu verlassen. Diese Aussagen sind nicht automatisch falsch, sagen für sich genommen aber wenig darüber aus, wie hochwertig ein Futter tatsächlich zusammengesetzt ist.
Gute Rohstoffe, auf die es ankommt
Nicht jede Zutat ist gleich viel wert. Ein Blick auf die folgenden Punkte zeigt schnell, ob ein Futter durchdacht zusammengestellt ist oder ob vor allem der Preis im Vordergrund stand.
Darauf lohnt sich der Blick
- Echtes Muskelfleisch als Hauptbestandteil, klar benannt statt versteckt
- Sortenreine Proteine beziehungsweise Monoprotein, besonders wichtig für Allergiker
- Innereien wie Herz, Leber oder Pansen, offen als solche deklariert
- Gesundes Gemüse und Obst, zum Beispiel Karotte, Kürbis oder Apfel
- Natürliche Öle mit Omega-3, etwa Lachsöl oder Leinöl
- Natürliche Zusätze wie Grünlippmuschel für die Gelenke
Hier lohnt sich genaues Hinschauen
- Unklare „tierische Nebenerzeugnisse" ohne genauere Angabe
- Versteckte Zuckerarten wie Sucrose, Melasse oder Karamell
- Getreide, das vor allem als billiger Füllstoff dient
- Künstliche Farb-, Lock- und Konservierungsstoffe
- Pauschale Angaben wie „Fleisch und tierische Erzeugnisse" ohne Prozentzahl
Der Klassiker: „Muskelfleisch" ist nicht gleich Muskelfleisch
Ein Begriff sorgt bei Hundeeltern besonders häufig für Verwirrung: Muskelfleisch. Rein rechtlich zählt dazu jedes Muskelgewebe eines Tieres, und dazu gehört auch das Herz, denn anatomisch betrachtet ist das Herz ein Muskel. Herz ist deutlich günstiger als klassisches Fleisch vom Skelett und wird deshalb in vielen Futtersorten großzügig untergemischt, taucht in der Zutatenliste aber weiterhin nur als „Muskelfleisch" auf.
Das ist wichtig zu verstehen: Herz ist als Rohstoff nicht schlecht, im Gegenteil, es liefert wertvolle Nährstoffe wie Taurin und ist eine hochwertige Innerei. Problematisch wird es erst, wenn der Anteil an Herz nicht klar ausgewiesen wird und Verbraucher an klassisches Muskelfleisch vom Filet oder von der Keule denken, obwohl tatsächlich überwiegend Innerei enthalten ist.
Vorsicht bei diesen Angaben
Neben dem Muskelfleisch-Thema gibt es weitere Formulierungen, bei denen sich ein zweiter Blick lohnt.
- Tierische Nebenerzeugnisse: Ein sehr weit gefasster Sammelbegriff. Er kann hochwertige Teile enthalten, genauso aber auch Bestandteile mit wenig Nährwert. Ohne nähere Aufschlüsselung lässt sich das nicht unterscheiden.
- Zuckerarten: Sucrose, Melasse oder Karamell dienen meist nur dazu, den Geschmack künstlich attraktiver zu machen. Zugesetzten Zucker braucht Dein Hund in seiner Ernährung nicht.
- Getreide als Füllstoff: Weizen oder Mais in großen Mengen sind in der Herstellung günstig, liefern im Vergleich zu Fleisch aber deutlich weniger für die Ernährung Deines Hundes und können bei empfindlichen Hunden zum Thema werden.
- Künstliche Zusätze: Synthetische Farb-, Aroma- und Konservierungsstoffe sorgen oft nur für ein ansprechenderes Bild im Napf oder eine längere Haltbarkeit, haben aber keinen Nutzen für Deinen Hund.
- Fleischmehl: Stark verarbeitetes, getrocknetes Fleisch, häufig aus unterschiedlichen, nicht näher bezeichneten Quellen. Je unklarer die Herkunft, desto schwerer ist die Qualität einzuschätzen.
kauliebe im Vergleich
Wie unterscheidet sich eine durchdachte Rezeptur von NANDOO von vielen günstigen Futtersorten im Handel? Die folgende Übersicht zeigt typische Unterschiede, wie sie sich beim Vergleich von Zutatenlisten immer wieder zeigen. Sie ersetzt keinen Blick auf das einzelne Produkt, gibt Dir aber eine gute Orientierung, worauf Du beim Vergleichen achten solltest.
| Kriterium | kauliebe / NANDOO | Typisches Discounterfutter |
|---|---|---|
| Fleischanteil | Hoher Anteil an echtem Fleisch als Basis der Rezeptur | Oft niedriger Fleischanteil, gestreckt mit Füllstoffen |
| Deklaration und Transparenz | Zutaten und Innereien einzeln benannt, keine versteckten Sammelbegriffe | Häufig pauschale Sammelbegriffe ohne genaue Aufschlüsselung |
| Getreide | Bewusster Einsatz, kein Lückenfüller für fehlendes Fleisch | Häufig als günstiger Hauptbestandteil statt Fleisch |
| Zucker und Lockstoffe | Verzicht auf zugesetzten Zucker und künstliche Lockstoffe | Zuckerarten und Aromen häufig zur Geschmacksverbesserung enthalten |
| Künstliche Zusätze | Verzicht auf künstliche Farb-, Aroma- und Konservierungsstoffe | In vielen Produkten weiterhin enthalten |
| Monoprotein und Allergiker | Breite Auswahl sortenreiner Rezepturen für empfindliche Hunde | Meist Mischproteine ohne klare Zuordnung einzelner Fleischsorten |
Fazit
Ein gutes Hundefutter erkennt man nicht am Werbeversprechen auf der Vorderseite, sondern an der Zutatenliste auf der Rückseite. Klar benannte Fleischsorten und Innereien, sinnvolle natürliche Zusätze und der Verzicht auf unnötige Füllstoffe, Zucker und künstliche Zusätze sind die entscheidenden Kriterien. Wenn Du Dich tiefer mit einzelnen Rohstoffen beschäftigen möchtest, findest Du weitere Erklärungen in unserem Rohstoff-Lexikon. Unsere Rezepturen mit transparent deklarierten Zutaten findest Du in unserem Trockenfutter-Sortiment und im Nassfutter-Sortiment.
