Hunderassen

Whippet: Der elegante Läufer mit sanfter Seele

⏱️ 9 Min. LesezeitVon Christian HacklFachlich geprüft von Eva Hackl18.02.2026
Whippet: Der elegante Läufer mit sanfter Seele

Whippet Ernährung ist ein Thema, bei dem viele Halter unsicher werden, weil ihr Hund so anders aussieht als der Nachbarslabrador. Die Rippen sind zu sehen, die Taille ist schmal, und trotzdem steckt in diesem Körper eine Menge Muskelkraft und Ausdauer. Genau das macht die Fütterung eines Whippets besonders: Er braucht kein Futter, das ihn dicker macht, sondern eines, das seine schnelle Verbrennung, seine Muskulatur und seine empfindliche Verdauung unterstützt. Wer versteht, wie ein Whippet gebaut ist und wie sein Stoffwechsel funktioniert, füttert automatisch richtiger.

Der Whippet im Steckbrief: der schlanke Sprinter

Der Whippet gehört zur Familie der Windhunde und wurde über Jahrhunderte auf eines gezüchtet: kurze, extrem schnelle Sprints. Diese Herkunft steckt bis heute in jedem Körperteil. Ein Whippet hat wenig Unterhautfettgewebe, eine dünne Haut, eine tiefe Brust und lange, kräftige Muskeln an den Hinterläufen. Diese Bauweise ist kein Zufall und kein Zeichen von Unterernährung, sondern das Ergebnis jahrhundertelanger Zucht auf Geschwindigkeit.

Für die Whippet Ernährung bedeutet das: Du fütterst hier keinen durchschnittlichen Hund, sondern einen spezialisierten Athleten. Sein Körper verbrennt Energie schnell, seine Muskeln brauchen hochwertiges Eiweiß, und seine dünne Haut macht ihn kälteempfindlicher als robustere Rassen. Wer diese Besonderheiten kennt, versteht auch, warum pauschale Fütterungsempfehlungen für „den Hund" bei einem Whippet oft nicht passen.

Das richtige Gewicht: warum sichtbare Rippen beim Whippet gesund sind

Kaum eine Frage sorgt bei Whippet Haltern so oft für Verunsicherung wie die nach dem richtigen Gewicht. Freunde, Tierarztpraxen ohne Windhunderfahrung oder Passanten im Park kommentieren schnell: „Der ist aber dünn." Bei einem gesunden Whippet ist genau das normal. Die letzten zwei bis drei Rippen sollten sichtbar sein, die Taille deutlich eingezogen, die Hüftknochen leicht zu ertasten. Das ist kein Warnzeichen, sondern die typische Windhundfigur.

Wichtig ist die Unterscheidung: Sichtbare Rippen bedeuten nicht automatisch, dass ein Whippet zu wenig frisst oder zu wenig Muskeln hat. Im Gegenteil, unter der schlanken Silhouette liegt bei einem gesunden Tier eine kräftige, gut ausgeprägte Muskulatur. Genau diese Kombination aus wenig Fett und viel Muskelmasse macht den Whippet zum Sprinter. Ein Whippet, der auf ein „normales" Hundegewicht hochgefüttert wird, verliert nicht nur seine typische Statur, sondern wird auch träger, überlastet Gelenke und Sehnen stärker und verliert an Beweglichkeit.

Statt auf das Gewicht auf der Waage zu schauen, hilft ein Blick auf den Körper: Ist die Muskulatur an Rücken und Hinterhand gut sichtbar? Läuft der Hund ausdauernd und ohne Anzeichen von Erschöpfung? Wirkt das Fell glänzend und die Haut geschmeidig? Wenn ja, ist das Gewicht in aller Regel passend, auch wenn die Rippen deutlich zu erkennen sind.

Das richtige Futter

Weil ein Whippet Energie sehr schnell verbrennt, braucht er kein Futter mit möglichst wenig Kalorien, sondern ein energiedichtes, hochwertiges Futter mit einem guten Proteinanteil. Getreide liefert für Hunde in dieser Menge selten einen echten Mehrwert und kann gerade bei empfindlichen Rassen wie dem Whippet zu Verdauungsproblemen führen. Sortenreine, getreidefreie Rezepturen ohne unnötige Zusatzstoffe sind daher die bessere Wahl: Sie liefern konzentrierte Nährstoffe, ohne den Magen mit schwer verdaulichen Füllstoffen zu belasten.

Ob Trocken- oder Nassfutter die bessere Wahl ist, hängt vom einzelnen Hund ab. Manche Whippets kommen mit Trockenfutter sehr gut zurecht, weil es energiedicht ist und sich gut portionieren lässt. Andere profitieren von Nassfutter, das mehr Flüssigkeit liefert und oft noch leichter verdaulich ist. Häufig funktioniert auch eine Kombination aus beidem gut, sofern die Gesamtration auf den Energiebedarf des Hundes abgestimmt bleibt.

Weil jeder Whippet unterschiedlich aktiv ist und unterschiedlich schnell Energie verbraucht, lohnt sich ein genauer Blick auf die Zusammensetzung des Futters statt auf pauschale Fütterungsempfehlungen. Der Futter-Finder hilft dabei, aus dem Sortiment die Rezeptur herauszufiltern, die zu Aktivitätslevel, Alter und eventuellen Empfindlichkeiten deines Whippets passt.

Muskelerhalt & Energie für den Sprinter

Ein Whippet lebt von seiner Muskulatur. Ohne kräftige Muskeln an Rücken, Schultern und Hinterhand kann er die explosionsartige Beschleunigung, für die die Rasse bekannt ist, gar nicht leisten. Damit diese Muskulatur erhalten bleibt und sich nach Belastung gut regeneriert, braucht das Futter einen hohen, hochwertigen Proteinanteil aus echten tierischen Quellen. Pflanzliches Eiweiß kann tierisches Protein bei einem Sprinter dieser Art nur bedingt ersetzen, weil die Aminosäurezusammensetzung nicht dieselbe ist.

Neben Protein spielt auch die Energiedichte der Ration eine Rolle. Ein Whippet, der regelmäßig läuft, sprintet oder an Coursing teilnimmt, verbrennt in kurzer Zeit deutlich mehr Kalorien als ein ruhiger Familienhund gleicher Größe. Diese Energie muss über hochwertige Fette und ausreichend Protein wieder zugeführt werden, sonst baut der Körper Muskelmasse ab, statt sie aufzubauen. Wer die Futtermenge an das tatsächliche Aktivitätslevel anpasst, also an ruhigen Tagen etwas weniger und an intensiven Trainingstagen etwas mehr füttert, unterstützt den Muskelerhalt am zuverlässigsten.

Auch der Zeitpunkt der Fütterung ist bei einem sportlich aktiven Hund nicht unwichtig. Direkt vor intensiver Bewegung sollte ein Whippet nicht mit einer großen Mahlzeit belastet werden, ein zeitlicher Abstand von ein bis zwei Stunden zwischen Fütterung und Auslauf hat sich in der Praxis bewährt und schont zugleich den Magen.

Passende Kausnacks

Kausnacks sind für den Whippet nicht nur Beschäftigung, sondern auch eine gute Möglichkeit, zusätzliches, hochwertiges Protein in die Ration zu bringen, ohne den Magen mit unnötigem Ballast zu belasten. Besonders geeignet sind magere, proteinreiche Kauartikel wie Hühnerherzen, Hühnerfüße oder Lammohren. Sie sind leicht verdaulich, liefern wertvolle Nährstoffe für den Muskelaufbau und passen damit gut zum schlanken, aktiven Körperbau des Whippets, ohne unnötige Kalorien aus Fett zu liefern.

Wichtig ist auch bei Snacks: sortenrein, luftgetrocknet und ohne Zusatzstoffe. Gerade bei einer Rasse mit oft empfindlicher Verdauung machen Aromen, Konservierungsstoffe oder unnötige Zuckerzusätze im Kausnack schneller Probleme als bei robusteren Hunden. Ein Blick in die Kausnacks und die Leckerlis im sortenreinen Segment lohnt sich, weil dort einzelne Proteinquellen ohne Vermischung angeboten werden. Das erleichtert es, auf bestimmte Sorten empfindlich reagierende Hunde gezielt zu füttern und im Zweifel schnell herauszufinden, welche Sorte gut vertragen wird.

Nicht jeder Kauartikel eignet sich für jeden Hund gleich gut, gerade bei der eher zierlichen Kieferstruktur eines Whippets sollte die Größe und Härte des Snacks passen. Der Kauartikel-Finder hilft dabei, aus dem Angebot die Artikel herauszusuchen, die von Größe und Konsistenz her zu einem mittelgroßen, schlanken Hund passen, statt zu groß, zu hart oder zu fettreich zu sein.

Empfindliche Verdauung & Allergien

Windhunde gelten allgemein als empfindlicher in der Verdauung als robustere Gebrauchshunderassen, und auch der Whippet macht hier keine Ausnahme. Weicher Kot, gelegentliches Erbrechen oder Juckreiz nach bestimmten Mahlzeiten können Hinweise darauf sein, dass eine Zutat im Futter nicht vertragen wird. Häufige Auslöser sind Getreide, bestimmte Fleischsorten oder künstliche Zusatzstoffe, weshalb sortenreine, getreidefreie Rezepturen bei dieser Rasse besonders oft empfohlen werden.

Lässt sich eine Unverträglichkeit nicht eindeutig einer bestimmten Zutat zuordnen, kann eine Ausschlussdiät helfen, den Auslöser systematisch einzugrenzen. Dabei wird über einen bestimmten Zeitraum ausschließlich eine einzige, bisher nicht gefütterte Proteinquelle gegeben, bevor Schritt für Schritt weitere Zutaten wieder ergänzt werden. So lässt sich Zutat für Zutat herausfinden, worauf der Hund empfindlich reagiert, ohne wahllos zwischen verschiedenen Futtersorten zu wechseln.

Gerade bei einem Whippet, der ohnehin wenig Reserven hat, ist es wichtig, Verdauungsprobleme nicht auf die leichte Schulter zu nehmen: Wer wiederholt erbricht oder dauerhaft weichen Kot hat, nimmt schneller ab und verliert schneller Muskelmasse als ein Hund mit mehr Körperreserven. Eine frühzeitige Ursachensuche zahlt sich hier besonders aus.

Der Whippet-Welpe & der Senior

Der Welpe: Wachstum ohne Überlastung

Whippet Welpen wachsen zwar nicht so schnell wie sehr große Rassen, trotzdem sollte auch bei ihnen auf ein kontrolliertes, nicht zu schnelles Wachstum geachtet werden. Zu viel Energie und zu viel Kalzium in der Wachstumsphase können Gelenke und Skelett belasten, bevor sie ausgereift sind. Ein speziell auf kleine bis mittelgroße Rassen abgestimmtes Welpenfutter mit hochwertigem Protein unterstützt den Muskelaufbau, ohne das Wachstum unnötig zu beschleunigen. Kleine, proteinreiche Snacks eignen sich in dieser Phase gut fürs Training, sollten aber die Hauptmahlzeiten nicht ersetzen.

Der Senior: Muskeln erhalten, Gelenke schonen

Im Alter verliert auch ein Whippet an Muskelmasse, was bei einer ohnehin schlanken Rasse schneller auffällt als bei fülligeren Hunden. Ein weiterhin hochwertiges, proteinreiches Futter hilft, die verbleibende Muskulatur möglichst lange zu erhalten. Gleichzeitig sinkt der Energiebedarf oft leicht, weil ältere Whippets weniger sprinten, sodass die Futtermenge behutsam angepasst werden sollte, ohne die Proteinqualität zu senken. Leicht verdauliche, weiche Kausnacks können älteren Hunden mit empfindlicheren Zähnen entgegenkommen, ohne auf wertvolles Protein verzichten zu müssen.

Häufige Fragen zur Whippet Ernährung

Wie oft sollte ein Whippet gefüttert werden?

Zwei Mahlzeiten am Tag haben sich bei den meisten erwachsenen Whippets bewährt. Diese Aufteilung entlastet den Magen mehr als eine einzige große Mahlzeit und passt besser zum schnellen Stoffwechsel der Rasse. Welpen brauchen in den ersten Monaten meist noch mehrere kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt.

Was frisst ein Whippet am besten?

Am besten kommt ein Whippet mit einem energiedichten, proteinreichen, sortenreinen und getreidefreien Futter zurecht, ergänzt durch magere, hochwertige Kausnacks. Wichtiger als die Frage Trocken- oder Nassfutter ist dabei die Qualität der einzelnen Zutaten und deren Verträglichkeit für den jeweiligen Hund.

Ist mein Whippet zu dünn?

Sichtbare Rippen, eine eingezogene Taille und ertastbare Hüftknochen sind bei einem gesunden Whippet normal und kein Zeichen von Unterernährung. Auffällig wird es erst, wenn zusätzlich die Muskulatur schwindet, das Fell stumpf wird oder der Hund lustlos und schwach wirkt. In diesem Fall sollte die Ration und die Gesundheit des Hundes genauer geprüft werden.

Warum verträgt mein Whippet manches Futter nicht?

Windhunde reagieren aufgrund ihrer empfindlichen Verdauung häufiger auf bestimmte Zutaten als robustere Rassen. Getreide, bestimmte Proteinquellen oder Zusatzstoffe sind typische Auslöser. Eine gezielte Ausschlussdiät hilft dabei, die genaue Ursache zu finden und die Ernährung dauerhaft darauf abzustimmen.

Charakter & für wen der Whippet passt

Kurz gesagt passt der Whippet am besten zu: aktive Halter, sanfter Sprinter, drinnen Couch-Potato.

  • Größe: mittel
  • Energielevel: aktiv
  • Mit Kindern: sehr kinderlieb
  • Wohnung: mit genug Auslauf ok
  • Für Anfänger: mit etwas Erfahrung
  • Fellpflege: pflegeleicht
  • Trainierbarkeit: lernfreudig
  • Wachsamkeit: kein ausgeprägter Wächter

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Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Diagnose oder Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden Deines Hundes wende Dich bitte an eine Tierärztin oder einen Tierarzt.
Christian Hackl

Autor & Hunde-Ernährungsberater

Christian Hackl

Gründer von NANDOO und geprüfter Hunde-Ernährungsberater. Als Tierpsychologe (Fachrichtung Hund) und seit 1999 aktiver Hundetrainer verbindet er fundiertes Wissen über Anatomie und Physiologie des Hundes mit fast 30 Jahren Praxis und entwickelt die NANDOO-Rezepturen mit.

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Eva Hackl

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Eva Hackl

Hundetrainerin und Tierpsychologin (Fachrichtung Hund). Sie ist Teil des DHK-Teams und bringt die praktische Erfahrung aus Training, Erziehung und dem Alltag mit vielen Hunderassen ein.

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